• Buchprojekt: Die ideale Gesellschaft im Koran

Das Buch „Die ideale Gesellschaft im Koran“ untersucht die Theorien der muslimischen und nichtmuslimischen Denker über den Idealstaat und erforscht sodann die erstrebenswerte Idealgesellschaft, wie sie der Koran sieht, und deren Ziele, Form und Struktur.

Alle menschlichen Idealgesellschaften betrachten als ihr allgemeines Ziel die Verwirklichung der Gerechtigkeit sowie die Gewährleistung der Vervollkommnung und Glückseligkeit des Menschen. Da jedoch Glückseligkeit, Vervollkommnung und Gerechtigkeit je nach Standpunkt wieder anders aufgefasst und definiert werden, unterscheiden sich die Ziele von Autor zu Autor in ihren Einzelheiten erheblich. Denn die grundsätzlichen Vorannahmen wie etwa die Sichtweise auf den Menschen, Diesseits- oder Jenseitsbezogenheit des Zieles, Ausrichtung an Materialismus oder an Offenbarung, verändern unsere Definition von Glückseligkeit, Vollkommenheit und Gerechtigkeit grundlegend.

Vielleicht können wir sagen, dass auch das übergeordnete Ziel der islamischen Gesellschaft die Erlangung von wahrer Glückseligkeit, Vollkommenheit und Gerechtigkeit darstellt. Nach der Definition des Korans aber lassen sich diese Dinge einzig und allein auf dem Wege der Gotteserkenntnis und der Annäherung an Gott erreichen.

Der Autor und schiitische Religionsgelehrte ʿAlī Moḥammadī Āšnānī versucht in diesem Werk ausser den Idealstaatskonzepten, die in der islamischen Kultur entwickelt worden sind, auch die der europäischen und amerikanischen Denker zu berücksichtigen. Diese Erweiterung des Horizontes geschieht im Hinblick auf den Wissensstand iranischer Leserinnen und Leser in diesen Fragen, die seit dem 19. Jahrhundert mit westlichem Denken und somit auch Staatsdenken mehr und mehr vertraut geworden sind. So kommt der Autor auf Konzepte westlichen Staatsdenkens von Platon bis Popper zu sprechen.

ʿAlī Moḥammadī Āšnānīs Buch ist der Versuch einer Standortbestimmung und Darstellung einer Theorie von der idealen Gesellschaft im Koran. Gerade angesichts der gegenwärtigen Zerrüttung des Nahen Ostens durch Organisationen, die ihrerseits beanspruchen, einen Idealstaat, wie er vom Koran vorgegeben sei, zu verwirklichen, ist die Lektüre von ʿAlī Moḥammadī Āšnānīs Ausführungen aktueller denn je.

 

  • Buchprojekt: Der Islam und die Herausforderungen der Moderne

Angesichts der wachsenden Flüchtlingsströme nach Europa wird in der öffentlichen Debatte insbesondere die starke Zuwanderung von Muslimen als  problematisch wahrgenommen. Ohne zwischen Tradition und Religion zu unterscheiden, wird dem Islam von den sogenannten „Islamkritikern“ schon seit Längerem attestiert, dass diese Religion mit der Demokratie und Menschenrechten, ja überhaupt mit der gesamten „kulturellen Moderne“, unvereinbar sei. Ist der Islam wirklich eine mittelalterliche Religion, die dringend einer Aufklärung bzw. eines Reformators wie Martin Luther bedarf? Gibt es „den  Islam“ überhaupt?

Dieses Buch setzt sich mit diesen und ähnlichen Fragen auseinander, die mit den von den „Islamkritikern“ vorgebrachten Vorwürfen einhergehen, und es überprüft deren Substanz und Stichhaltigkeit. Das Buch beginnt mit der Kritik im Westen am islamischen Religionsgründer. Annemarie Schimmel hatte einst bemerkt, dass „es wohl kaum ein negatives Urteil“ gibt, „dass der Westen nicht im Lauf der Jahrhunderte über einen Mann gesprochen hat, der eine der erfolgreichsten Religionen der Welt verkündet hatte.“ (Schimmel: Und Muhammad ist Sein Prophet. München 1981. S. 7). Muhammad wurde im Abendland von Anfang an immer wieder als Betrüger, blutrünstiger Eroberer, sexbesessenes Monster oder falscher Prophet dargestellt. Wie verhält es sich wirklich? Neuerdings wird – im Zuge der „Ohlig-Luxenberg-Debatte“ – sogar bestritten, dass Muhammad überhaupt gelebt hat. Findet gegenwärtig im Westen unter dem Deckmantel der Forderung nach einer historisch-kritischen Herangehensweise an den Koran und die Sunna ein Angriff auf den Islam statt?

Nach der Auseinandersetzung mit den Fragen um die Person des Propheten wendet sich das Buch den islamischen Glaubenslehren zu. Dabei setzt sich der Autor u.a. mit folgenden Fragen auseinander: Fordert der Koran zum Kampf gegen Ungläubige, gegen Juden und Christen auf? Erlaubt er es, Frauen zu schlagen? Fordert der Islam mit der Scharia ein mittelalterliches Strafrecht? Müssen Apostaten getötet werden?

Doch das Buch bleibt nicht bei einer bloßen Auseinandersetzung mit der Islamkritik stehen. Der Autor arbeitet aus seiner Behandlung der unterschiedlichsten Themen heraus, vor welchen Herausforderungen der Islam in der heutigen Zeit steht. Dabei stellt er dar, was die Muslime tun müssen, um auf diese Herausforderungen in Zukunft adäquat reagieren zu können. In diesem Zusammenhang spielt insbesondere die Frage einer zeitgemäßen Interpretation dieser Religion eine nicht unwesentliche Rolle.

In der Debatte über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht, wurde immer wieder auch die Frage aufgeworfen, was der Islam denn Deutschland geben kann.  Der Verfasser zeigt – für viele vielleicht überraschend – in diesem Buch auch auf, was der Islam den westlichen Gesellschaften geben bzw. wie er sie bereichern kann.

Angaben zum Autor:

Dr. Markus Fiedler, Jahrgang 1967, hat Sozialpädagogik, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Islam; er studierte auch Islamische Theologie in Hamburg. Er arbeitet z.Zt. u.a. für das Internationale Islamische Verlagshaus (IIPH) in Riad und ist mit einer arabischen Muslima verheiratet. Er hat bisher drei Bücher veröffentlicht, darunter auch ein Buch über das wechselhafte Bild des Propheten Muhammad im Abendland („Mohammed und die abendländische Kritik“). Weiterhin veröffentlichte der Autor zahlreiche Artikel in unterschiedlichen Zeitschriften und Magazinen (insbesondere auch zu islamischen Themen).

 

  • Buchprojekt: Die Frau im Koran

Angesichts der aktuellen Diskussionen über das „Frauenbild im Islam“ und die damit verbundenen Fragen, die durch das Leben in einer modernen Gesellschaft aufgeworfen werden, stellt dieses Buch einen Versuch dar, diesen Fragen auf den Grund zu gehen, indem es auf wissenschaftliche Art und Weise untersucht und darstellt, welches Frauenbild sich aus dem Koran herauslesen lässt. Dabei wird die Schöpfungsgeschichte der Frau im Koran genauer betrachtet und schließlich gezeigt, dass der Frau – entgegen vieler Meinungen – aus der Sicht des Korans keine zweitrangige Nebenrolle zukommen kann. Der Autor geht der Frage nach, ob Gott die Frau für den Mann erschaffen hat und dadurch der Islam als eine patriarchalische Religion bzw. männliche Weltanschauung zu verstehen ist, und ob die zwischengeschlechtliche Liebe einen Gegensatz zur Gottesliebe darstellt.

Darüber hinaus klärt das Buch darüber auf, inwiefern Mann und Frau die gleichen Rechte besitzen und welches intellektuelle und mystische Potential Mann und Frau mit sich bringen. Davon ausgehend diskutiert der Autor auch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen, die Männer und Frauen einnehmen, und beleuchtet die Geschichte der islamischen Bedeckungs- und Verschleierungsformen sowie das islamische Heiratsritual und dessen Philosophie und thematisiert auch die Scheidung und deren Hintergründe. Am Ende des Buches stellt der Autor sein Verständnis von einer erfolgreichen Frau vor und zeigt, welche Vorbildfunktion der Frau aus koranischer Sicht in der Gesellschaft zukommt.